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Bilin

Die Stadt Bilin liegt zehn Kilometer südwestlich von Teplitz-Schönau im westlichen Mittelgebirge am Fuße des Borschen.

 

Als Marktflecken wurde Bilin schon Ende des 10. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Bereits im Mittelalter war Bilin ein politisches und kirchliches Zentrum, das seit Wenzel II. Stadtrecht  besaß. Anstelle der alten Fürstenburg entstand ein Schloß auf einem Hügel inmitten der Stadt, das seit 15o2 dem Fürsten Lobkowitz gehörte. Der Neubau des Schlosses unter den Baumeistern della Porta und Tencalla erfolgte in den Jahren 1675‑1682. Seit 1970 dient es als Archäologisches Museum für Nordböhmen, das die zahlreichen vorgeschichtlichen Funde der Umgebung aufgenommen hat.

Am Marktplatz steht die ursprünglich gotische Kirche mit Taufbecken und Epitaph aus der Zeit um 16oo, ferner Häuser mit schönen Lauben und einer barocken Pestsäule, die aus der Zeit um 1660 stammt. Reste der Stadtbefestigung erinnern an die reiche geschichtliche Vergangenheit der Stadt, die -  wie viele andere deutsche Städte Böhmens - im Jahre 1421 von den Hussiten eingenommen wurde.

Bilin 2015-12-05

Um die Entwicklung des Kurortes Bilin hat sich der Badearzt Dr. Franz Ambros Reuß (1761‑1830),  an den ein Denkmal am Kurhaus erinnert, große Verdienste erworben. Der alkalische Sauerbrunnen, mit hohem Gehalt an doppelkohlensaurem Natron, zeigt seine Heilwirkung bei Krankheiten der Atmungs‑ und Verdauungsorgane und bei Nierenleiden. Goethe weilte bei seinen Badeaufenthalten in Böhmen mehrmals in Bilin. Er bestieg und zeichnete den geologisch interessanten Borschen, den "Biliner Stein",  und bewunderte die Granaten des Fürsten Lobkowitz, die im nahen Meronitz  unter Aufsicht von Dr. Reuß verarbeitet wurden. 

 

In der Umgebung von Bilin befinden sich zahlreiche Braunkohlenbergwerke. Bis zum Jahre 1978 war bei Bilin die größte Schachtanlage der Tschechoslowakei.

 

Historische Daten

  •   993 Erstmalige Nennung des Ortes Bilin als "Provincia Belinensis" in der Gründungsurkunde  des Klosters Brevnov bei Prag.
  • 1061 Erbauung einer Kirche St. Peter in Bilin.
  • 1169 König Wladislaw I. schenkt Bilin dem Johanniter‑Orden.
  • 1208 Ein Markt wird zum ersten Male in Bilin erwähnt.
  • 1216 In Bilin wird ein Erzdechanat eingerichtet.
  • 1237 König Wenzel I. schenkt den Ort Oger von Friedeberg. Bilin kommt unter die    Herrschaft deutscher Grundherren.
  • 1302 Der Deutsche Orden übernimmt das von Albert von Seeberg gestiftete Hospital und das Patronat der Kirche St. Peter und Paul1342 In Bilin leitet ein Deutschordensritter die Lateinschule.
  • 1407 Albrecht von Colditz erhält von König Wenzel IV. "Schloß, Haus und Stadt Bilin" als Lehen.
  • 1421 Burg und Stadt Bilin werden von den Hussiten erobert.
  • 1436 Bilin ist wieder unter der Herrschaft der Herren von Colditz.
  • 1438 Hussitenschlacht von Sellnitz.
  • 1513 Popel von Lobkowitz erhält die Stadt Bilin als Erbeigentum.
  • 1545 Ein Gerichtsbuch wird angelegt.
  • 1549 Bilin erhält von Kaiser Ferdinand I. das bis heute verwendete Stadtwappen.
  • 1563 Privileg zum Weinanbau im Tschischketal wird erteilt.
  • 1565 Beginn von Religionsstreitigkeiten. Der Protestantismus breitet sich aus.
  • 1568 Großbrand vernichtet Stadtkirche und Teile der Stadt.
  • 1582 Pestepidemien, abermals 1599 und 1680.
  • 1583 Das Stadtbuch von Bilin und die Taufmatrik (1591) werden eingerichtet.
  • 1598 Erstes Grundbuch mit Eintragungen von 85 Stadthäusern und
  • 122 Häusern in den Vorstädten.
  • 1601 Die seit dem 14. Jahrhundert bestehende literarische Bruderschaft wird reaktiviert und besteht als tschechischsprachige Bruderschaft weiter.
  • 1620 Einquartierung durch das Heer der Böhmischen Stände.
  • 1634 Besetzung der Stadt durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg.
  • 1675 Umbau der Burg zum barocken Schloß unter dem Architekten Antonio della Porta.
  • 1679 Ratserneuerung mit einer ersten deutschen Gemeindevertretung.
  • 1700 Großbrand in der Innenstadt, Vernichtung vieler Urkunden.
  • 1712 Fassung der Sauerbrunnquellen durch Fürstin Eleonore von Lobkowitz.
  • 1742 Besetzung Bilins durch die französische Armee.
  • 1750 Beginn des Kohleabbaus in Kutterschitz bei Bilin.
  • 1759 Besetzung Bilins durch preußische Truppen im Siebenjährigen Krieg.
  • 1768 Hochwasser und Hungersnot.
  • 1769 Kaiser Josef  II. in Bilin.
  • 1778 Erhebliche Kriegslasten unter den Preußen im Bayerischen Erbfolgekrieg.
  • 1791 Besteigung des Borschen durch Alexander von Humboldt.
  • 1782 Ausbau des Kuranlagen des Sauerbrunns.
  • 1785 Franz Ambross Reus läßt sich in Bilin als Mineraloge und Arzt nieder.
  • 1792 Industriegründungen in der Stadt Bilin ( Firmen: Kählig, Lenk).
  • 1810 Erster Besuch von J. W. Goethe in Bilin.
  • 1811 Weiterer Besuch Goethes mit Beethoven; Borschenbesteigung (1813).
  • 1813 Einquartierungen von Preußen, Russen und Osterreichern.
  • 1832 Cholera‑Epidemie in Bilin und Umgebung.
  • 1835 Bau einer großen Zuckerfabrik durch Fürst Lobkowitz.
  • 1848 Während der Revolutionszeit Bildung einer Nationalgarde.
  • 1849 Große Manöver in Bilin und Umgebung unter Beisein des Kaisers Franz Josef I.
  • 1863 Gründung des Deutschen Turnvereins; Bau der steinernen Bielabrücke.
  • 1866 Beginn des Eisenbahnbaus durch Bilin; Truppendurchmärsche und Einschleppung der Cholera.
  • 1868 Gründung des Lehrervereins Bilin ; Bau der neuen Volkschule am Marktplatz.
  • 1871 Gründung der Biliner Sparkasse.
  • 1872 Erstes Erscheinen des "Biliner Nachrichtenblattes"; Einrichtung einer Telegraphen-station.
  • 1873 Gründung der "Biela"Zeitung.
  • 1878 Bau des neuen Kurhauses am Sauerbrunn.
  • 1881 Neubau des Rathauses und der Bürgerschule ; Gründung des „Arbeiter‑Bildungs‑ und Unterstützungsvereins“.
  • 1885 Erster Braunkohleabbau in der St. Emmeran‑Zeche.
  • 1888 Neubau der Volksschule in der Motalstraße.
  • 1889 Unterrichtsbeginn für 136 Schüler in der zweiklassigen tschechischen Volksschule; Kanalisierung der Stadt.
  • 1892 Errichtung des Kaffeepavillons am Sauerbrunn.
  • 1895 Bau der jüdischen Synagoge; Gründung der Ortsgruppe des "Bundes der Deutschen in Böhmen".
  • 1896 Einführung der elektrischen Beleuchtung ; Gründung des Geselligkeitsvereins "Germania".
  • 1899 Anschluß der Stadt Bilin an das staatliche Telefonnetz.
  • 1900 Bevölkerungszahl von Bilin:  8.012 Einwohner, davon 7.519 Deutsche.
  • 1902 Gründung der Museumsgesellschaft Bilin.
  • 1908 Baubeginn des jetzigen Rathauses im Jugendstil.
  • 1912 Eröffnung des Rathauses.
  • 1913 Gründung des tschechischen Theatervereins "Cesky cum".
  • 1914 Im ersten Weltkrieg Errichtung von Reservespitälern in der Gewerbeschule und am Sauerbrunn.
  • 1918 Besetzung der Stadt durch tschechische Soldaten ; Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik ; Aufstellung einer deutschen "Volkswehr" in Bilin zum Schutz der deutschen Bevölkerung.
  • 1920 Schwere Grippeepidemie in Bilin ; Errichtung eines Museums für "Vaterlandskunde" im Rathaus; Ausbau der Volksbücherei zur Stadtbücherei.
  • 1921 Bevölkerungszahl von Bilin 9.669 Einwohner (Bevölkerungsverteilung siehe Heimatbuch „Bilin - Unser Heimatkreis“ S.385 ff).
  • 1923 Eröffnung einer neuen tschechischen Schule; Gründung der "Hilfsschule" (Sonderschule)
  • 1925 Eröffnung des Borschenschutzhauses.
  • 1928 Enthüllung eines Kriegerdenkmals im Stadtpark.
  • 1930 Regulierung des Biela – Flusses; Einwohnerzahl: 10 688.
  • 1935  Eröffnung des Schwimmbades am Sauerbrunn ; Errichtung des Heimatmuseums am Ugest.
  • 1936  Bilin wird selbständiger Bezirk.
  • 1937  Kongress der deutschen Philatelisten in Bilin.
  • 1938  Anschluss der Sudetengebiete an das Deutsche Reich; Abwanderung von Tschechen in die „Resttschechei“ ; Einmarsch deutscher Truppen in Bilin: 10.10.1938.
  • 1939 Beginn des zweiten Weltkriegs; Einwohnerzahl:  9 125.
  • 1945  Wiedererrichtung der Tschechoslowakischen Republik; Brutale Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Bilin und Umgebung: Die deutsche Stadt Bilin wird die tschechische Stadt Bilina.

Historische Persönlichkeiten

 

Gustav Walter

Gustav Walter

1834 – 1910

Kammersänger

geboren am 11. Februar 1834 in Bilin

verstorben am 31.01.1910 in Wien

Fürst Ferdinand Zdenko von Lobkowitz

 

Fürst Ferdinand Zdenko von Lobkowitz

1858 – 1938

geboren am 23.01.1858 in Prag

verstorben am 22.12.1938 in Raudnitz

Wenzel Smetana

 

 

Wenzel Smetana

1873 – 1960

Ehrenbürger der Kur-und Badestadt Bilin

geboren am 29.07.1873 in Bilin

verstorben am 25.08.1960 in Garmisch-Partenkirchen

 

Infos vom Verein

Corona bedingt fallen vorerst alle Veranstaltungen aus!